Afrika – ein Kontinent der Widersprüche?
Identität – Klischee – das Andere – Widersprüche
Afrika, dieser Kontinent um den sich so viele Geschichten ranken, der so vielfältig ist wie kaum ein anderer, und ebenso widersprüchlich. Hier liegt die Wiege der Menschheit. Afrika, das klingt nach Abenteuer, Safari, Savanne. Und das klingt ebenso nach Kriegen, Hungerkatastrophen und bitterster Armut. Die Meinungen sind geteilt über Afrika. Auf der einen Seite stehen die ‚Gut-Menschen‘, die Philantropen und Weltverbesserer. Ihnen haftet ein verträumter Idealismus an, der fern der Realität sich zu bewegen scheint. Himmelhoch jauchzend helfen sie den Notleidenden, zu Tode betrübt resignieren sie nach einer misslungenen Hilfsaktion. Auf der anderen Seite finden sich die Fatalisten und jene, die in Afrika allein dessen Widersprüchlichkeit sehen. Diese überraschen jene Zeitungsartikel über Gewaltakte in Kenia genauso wenig, wie Übergriffe in Südafrika oder brennende Dörfer im Sudan.
Sind die Gegensätze jedoch wirklich so stark? Oder laufen wir nicht allzu schnell Gefahr auf Grund von leichtfertigem Desinteresse und vorgefertigter Ignoranz uns zu jenen Klischees hinreißen zu lassen, die vor allzu großer Enttäuschung bewahren und die die mündige Meinung durch vorgegebene Gedanken ersetzen?
Um Afrika zu verstehen, um allgemein die Kultur und das Leben anderer Menschen zu verstehen genügt oftmals ein Funke Interesse und ein bißchen Zivilcourage. Bilden sie sich ihre eigene Meinung. Schauen sie über den Tellerrand der eintönigen Berichterstattung hinaus. Der Anfang steckt im Sprechen und Zuhören – den Grundpfeilern wahrhaft demokratischen Verständnisses. Wagen sie diesen Schritt. Wagen sie es einzutauchen in den Kontinent, um den sich so viele Geheimnisse ranken und der so unerforscht scheint wie noch vor 100 Jahren.
Interesse und Zivilcourage, das ist es, was unsere Gesellschaft benötigt.
Und es gibt die kleinen Hoffnungsschimmer. Jene die beides verbinden.
Rwanda – ein Land im Herzen Afrikas
Rwanda, ein Land im Herzen Afrikas, das mit seinen gut 26 000 qkm kaum größer ist als das Bundesland Hessen, welches aber mit über 12 Millionen Einwohnern und damit ca. 468 Menschen pro qkm zu den dichtbesiedelsten ganz Afrikas gehört. Ein Land, das nach nunmehr 21 Jahren immer noch mit einem der grausamsten Ereignisse der Menschheitsgeschichte assoziiert wird und das damit symbolisch für viele andere Länder dieser Welt steht. Denn allzu häufig wird ein Land allein mit dessen geschichtlichen Eckdaten in Verbindung gebracht, welche ihm noch viele Jahre später stigmatisch anhaften.
Rwanda ist aber viel viel mehr als ein Land mit einer traurigen Geschichte.
Daher möchte ich sie einladen auf den weiteren Seiten zu lesen und mehr zu erfahren.
Ein paar Zahlen
- Fläche: 26 338 qkm
- Einwohner: 12 337 140 = 468 je qkm
- Hauptstadt: Kigali
- Amtssprachen: Kinyarwanda, Englisch, Französisch
- Bruttonationaleinkommen: 724 US-$ je EW
Geographie
Ruanda grenzt im Norden an Uganda, im Osten an Tansania, im Süden an das in vielen Eigenschaften ähnliche Burundi und im Westen an die Demokratische Republik Kongo.
Der Großteil Ruandas ist ein Hochland mit einer durchschnittlichen Seehöhe von 1500 Meter. Der gesamte Höhenbereich reicht von etwa 1000 Meter bis zum 4507 Meter hohen Karisimbi (Vulkanberge im Norden). Von der ostafrikanischen Küste ist das Land 1200 Kilometer entfernt, dient aber wegen seines guten Straßennetzes dennoch als Transit für manche Exporte aus der Demokratischen Republik Kongo.
Ruanda wird gern „Land der tausend Hügel“ genannt und hat in der Tat eine sehr hügelige Landschaft, hauptsächlich im westlichen Teil des Landes.
Klima
Aufgrund der Höhe ist das Klima trotz der Äquatornähe eher mild-feucht. Das heiße äquatoriale Tageszeitenklima wird vom jahreszeitlichen ostafrikanischen Klima überlagert und durch die große Höhenlage gemildert. Die mittlere Tagestemperatur liegt bei 18 °C. Es gibt keine großen Temperaturschwankungen übers Jahr, doch variieren die Temperaturen mit der Höhenlage. Es gibt zwei Regenzeiten entsprechend den ostafrikanischen Monsunregen, umuhindo etwa zwischen September und Dezember (durchschnittlich 27 % der Jahresniederschlagsmenge) sowie itumba zwischen Februar und Anfang Juni. Zwischen März und Mai fallen 40 % der jährlichen Niederschläge. Das Klima und vor allem die Niederschläge weisen jedoch große Unregelmäßigkeiten auf. Anormale Trockenheiten, überreichliche Regen und Hagel bedrohen immer wieder die Ernten und sorgen für Hungersnöte.